Der Schimmel: Im Bauwesen verhasst und Grund für Reklamationen. Ursachen und vorbeugende Maßnahmen gegen Schimmel auf Silikonfugen sind ein Thema, das Bauherren, Hersteller und Sachverständige immer wieder beschäftigt.
Nach landläufiger Ansicht ist Schimmel auf Silikonfugen die Folge mangelnder Sauberkeit und Hygiene im Haushalt. Im Privatbereich wird daher das Problem oftmals nicht offen thematisiert. Spätestens aber in Objekten, wie öffentlichen Duschen, Schwimmbädern oder Wellnessbereichen mit vertraglich eingesetzten Reinigungskräften, wird Schimmelbildung auf der Silikonfuge unmittelbar reklamiert. Daher sollte dieses Thema schon in der Frühphase der Planung bei Baumaßnahmen angesprochen werden.
Silikonfugen
Silikondichtstoffe gehören in die Gruppe der Elastomere: sie sind – wie schon der Name sagt – elastisch und schlecht elektrisch leitend. Unverzichtbar sind sie überall dort, wo Bewegungen aus dem Untergrund übernommen werden, wie z. B. als Feldbegrenzungsfuge, Anschlussfuge oder auch als Randfuge.
Silikonfugen werden als sogenannte „Spannungsausgleichsfugen“, in verschiedensten Übergangsbereichen (z. B. Anschlussfuge an eine Badewanne/Duschwanne) eingesetzt. Die Bewegungen zwischen unterschiedlichen, aneinandergrenzenden Materialien, sowie Längenveränderungen (bedingt durch thermische Beanspruchung) werden durch den Silikondichtstoff aufgenommen.


Der Dichtstoff wirkt in den beschriebenen Bereichen als Puffer. Wasserdichte Eigenschaften können Silikonfugen nicht übernehmen. Dies ist grundsätzlich Aufgabe der Abdichtung unter dem Belag.
Wodurch Schimmel auf Silikonfugen entsteht
Zurückkommend auf den Schimmelkäse, z. B. Gorgonzola oder Roquefort: Diese werden speziell in Feuchtekammern gelagert, um Schimmelbefall hervorzurufen. Ein solches Milieu ist eine der Grundbedingungen für eine Schimmelentwicklung auf einer Silikonfuge. Grundsätzlich lassen sich die Entstehungsursachen für einen Schimmelbefall in folgenden Punkten zusammenfassen:
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Mangelhafte Reinigung der Silikonfuge. Jeder Mensch verliert beim Duschen Hautschuppen, oftmals bleiben Seifenreste im Fugenbereich haften. Diese organischen Ablagerungen bieten den Nährboden für die Schimmelpilze.
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Nicht ausreichende Belüftung des Raumes führt zu einer langfristigen Feuchtebeaufschlagung und zu einer hohen relativen Luftfeuchte. So wachsen die meisten Schimmelpilzarten schnell bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 % und einer Temperatur von über 20 Grad Celsius.
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Auch die verwendeten haushaltsüblichen Reinigungsmittel sind oftmals nicht „schimmelvorbeugend“ sondern eher „schimmelfördernd“. Durch die Säure, zu häufige Reinigung und die teilweise zu langen und damit falschen Einwirkzeiten wird die Oberfläche des Silikons angegriffen und es erhöht sich die Anfälligkeit der Silikonfuge gegenüber organischen Ablagerungen.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass gerade im Sanitärbereich eine ständig hohe Luftfeuchtigkeit, organische Verschmutzungen sowie zu hohe Temperaturen einen guten Nährboden für Schimmelbildung bieten.
Tipps zur Vermeidung vom Schimmelbefall
Vor allem reduziert eine bestmögliche Materialauswahl von Anfang an das Risiko des Schimmelbefalls und erspart damit spätere Unannehmlichkeiten. Hierfür sorgt die Sopro Bauchemie mit ihrem umfassenden Produktprogramm von Silikondichtstoffen. Gerade in modernen Sanitärräumen finden sich oftmals eine Vielzahl von Materialkombinationen – von Keramik und Naturstein über Holz und Kunststoff bis hin zu Metall und Acryl. Hier ist der Einsatz des richtigen Silikondichtstoffes unabdingbar, denn zu all den oben genannten Materialien muss der Baudichtstoff eine ausreichende Klebeverbindung aufbauen. Bei der Wahl des falschen Silikondichtstoffes können sich nicht nur farbliche Veränderungen wie z. B. Randzonenverfärbung im Naturstein einstellen, sondern auch Haftungsprobleme an den angrenzenden Materialien auftreten.
Mit Sopro SanitärSilikon und Sopro MarmorSilikon bietet die Sopro Bauchemie zwei gebrauchsfertige Silikondichtstoffe, die beide pilzhemmend nach DIN EN ISO 846 eingestellt sind. Diese Ausrüstung wirkt dem Schimmelwachstum entgegen. Nach der Vernetzung sind die Dichtstoffe elastisch, witterungs-, alterungs- und UV-beständig. All diese Attribute können aber nur dann dauerhaft wirken, wenn auf einen fach- und sachgerechten Einbau sowie dauerhafte Pflege und Wartung geachtet wird. Die richtige Verarbeitung erfolgt auf gereinigten und trockenen Flächen (in einigen Ausnahmefällen muss auch ein Primer auf die Fugenflanken aufgetragen werden). Neben der Planung einer ausreichenden Fugenbreite, ist das Einlegen einer PE-Hinterfüllschnur zur Vermeidung der Dreiflankenhaftung und den damit einhergehenden frühzeitigen Abrissen, besonders wichtig.
Hinweise gibt das IVD-Merkblatt Nr. 3 „Konstruktive Ausführung und Abdichtung von Fugen in Sanitär- und Feuchträumen“. Gerade bei Bodenfugen, Anschlussfugen (Wand-Boden) sowie im waagerechten Anschlussbereich muss zu richtigen und guten Abziehmaterialien statt dem einfachen „Fingerglätten“ gegriffen werden. Von einer korrekten Silikonfuge im Bodenbereich spricht man, wenn sie mit einer geringen Hohlkehle oder waagerecht ausgeführt ist. Falsche Ausführungen sind starke Hohlkehlen, auf denen sich Feuchtigkeit und Schmutz ansammeln können. Eine weitere wichtige Voraussetzung für eine optimale Silikonfuge ist die Verwendung des richtigen Glättmittels. Ein einfaches Spülmittel ist dazu völlig ungeeignet, weil es zum einen die Fugenoberfläche schädigt sowie Verfärbungen z. B. im Naturstein hervorruft.
Das „richtige“ Lüften von Feucht- und Nassräumen ist ein ausschlaggebender Punkt zur Vermeidung von Schimmelbefall. Es muss regelmäßig gelüftet werden, um die anfallende Feuchtigkeit mit der Luft abzutransportieren. Vor allem nach einem sehr feuchtigkeitsintensiven Vorgang, wie dem Duschen, sollte unbedingt ein Austausch der Luft stattfinden. Die fachgerechte Reinigung von Silikonfugen ist eine weitere wichtige Komponente. Die ständige Unterhaltsreinigung der Dichtstoffe sollte gerade im Sanitärbereich nach jedem Duschen mit klarem Wasser erfolgen.
Durch das Abspülen mit klarem Wasser werden Reste von Seifen und Shampoos, sowie anderen organischen Partikeln entfernt. Diese können so dem Schimmel an der Dichtstoffoberfläche keinen Nährboden für einen Befall bieten. Einmal wöchentlich sollte die elastische Fuge zusätzlich mit einem geeigneten Reinigungsmittel bearbeitet werden, um einen schimmelfreien Untergrund sicherzustellen.
Fazit
Eine elastische Fuge kann nur so gut sein, wie es das Material und die Verarbeitung zulassen. Es beginnt mit der richtigen Wahl des Dichtstoffes für den zu erwartenden Anwendungsfall. Die sach- und fachgerechte Verarbeitung ist dabei eine Grundvoraussetzung. Die richtige Pflege/Reinigung des Dichtstoffes ist ausschlaggebend für ein langes, gleichbleibendes, attraktives und intaktes Fugenbild.
Ein weiterer elementarer Punkt zur Vermeidung von Schimmelbefall auf den Fugen ist die richtige Belüftung. Diese kann die Lebensdauer der Fuge erheblich beeinflussen. Für alle Fragen rund um die Themen Verlegung und Verfugung stehen Ihnen die Mitarbeiter der Sopro Bauchemie beratend zur Seite – sowohl in der Planungs- wie auch in der Fertigungsphase eines Bauvorhabens.
Schimmel
Es gibt ca. 250.000 unterschiedliche Arten von Schimmelpilzen. Davon finden sich ca. 80 Arten auch im Wohnbereich; denn Schimmelpilzsporen sind in der Umwelt allgegenwärtig. Pilzsporen sind schwerer als Luft und sinken so bei Windstille ab. Wenn sie sich dann auf Oberflächen niederlassen, die ihnen gute Lebensbedingung bieten, beginnen sie mit der Besiedelung.
Im häuslichen Bad ist dies beispielsweise nach dem Baden/Duschen auf der nassen Silikonfuge, auf der sich noch Seifenreste und Schmutzpartikel befinden, der Fall.



Die Sporen von Schimmelpilzen können sich überaus schädlich auf den menschlichen Organismus auswirken. So können beispielsweise bei einer sogenannten „mikrobiellen Eskalation“ Luftbeschwerden und Allergien und in der Folge davon ein Abfall der physischen Leistungsfähigkeit auftreten. Daher sollte der auf einer Silikonfuge auftretende Schimmel so schnell wie möglich entfernt werden. Oder besser noch, er sollte erst gar nicht entstehen.