Sobald im Frühjahr die Temperaturen wieder ansteigen, können es Bauherren kaum erwarten ihre Terrassen und Balkone neu anzulegen und zu gestalten. Terrassen bedeuten Lebensqualität: Wer sitzt nicht selbst gerne nach einem langen Arbeitstag draußen in der Sonne oder genießt die langen Grillabende in den lauwarmen Sommernächten.
In den letzten Jahren haben keramische Outdoorplatten aufgrund ihrer architektonischen Wirkung an Bedeutung gewonnen. Durch ihr großes Format entwickeln sie ein optisch attraktiveres Wirkungspotenzial als die „kleinkarierte“ Platte. Der großformatige Belag strahlt eine edle Eleganz aus und erhält dadurch eine besondere Wertigkeit.
Zudem bieten sie auch praktische Vorteile:
- Frostsicherheit
- Geringe Schmutzanfälligkeit gegenüber Grünablagerungen durch einen reduzierten Fugenanteil
- Pflegefreundlichkeit durch ihre dichte Oberfläche
- Vielzahl der Oberflächendesigns
Keramischen Platten sind in ihrer Oberflächengestaltung keine Grenzen mehr gesetzt: Beton-, Holz- oder Natursteinoptik – alles ist möglich. Sie werden als extrudierte, stranggepresste Grobkeramik sowie als Feinsteinzeugplatten in einer Stärke von ca. 2 cm hergestellt. Zu den gängigen Formaten zählen 60 x 60 cm, 40 x 80 cm oder 60 x 120 cm. Eine dauerhafte und technisch ausgereifte Verlegevariante stellt hierbei die gebundene Verlegung in einer festen Mörtelbettung dar.

Zwei Verlege- und Aufbauvarianten haben sich hierfür in der Praxis bewährt
Entweder findet man die klassische Betonbodenplatte oder nur eine aufgeschüttete und verdichtete Schotterschicht. Beides sollte frei von Setzungen sein.
Rohbetonfläche:
Bevor es zu den Verlegearbeiten der keramischen Outdoorplatten kommt, ist die Betonplatte auf ihre Tragfähigkeit und ihr Gefälle (mindestens 1,5 – 2% zur Außenkante hin) zu kontrollieren. Der Untergrund muss von Vermoosungen und sonstigen haftungsmindernden Substanzen befreit werden. Sollte ein zu geringes Gefälle vorhanden sein, ist dieses mit Sopro RAM 3® Renovier- & AusgleichsMörtel 454 mit einem Mindestgefälle von 1,5 – 2% zur entwässernden Außenkante nachzuarbeiten. Der Untergrund ist dafür zuvor mit Sopro Grundierung GD 749 zu grundieren.
Auf der geneigten Betonplatte erfolgt nun eine Abdichtung. Diese kann beispielsweise mit der selbstklebenden Kaltklebebahn SoproThene® hergestellt werden. Ebenso kann als Abdichtung eine flexible mineralische Dichtungsschlämme eingesetzt werden. Dazu sind 2 Abdichtungsschichten mit einer Gesamtschichtdicke von mindestens 2 mm aufzutragen. Die Abdichtung hat mindestens 15 cm über die fertige Belagsoberkante zu allen aufsteigenden Bauteilen zu erfolgen. Ist das aufgrund sehr tief sitzender Terrassentürelemente nicht möglich, ist hier eine Sonderlösung zu erarbeiten.
In diesem Fall ist das Ableiten von Wasser durch zusätzliche konstruktive Vorkehrungen zu unterstützen. Hierbei kommen zum Beispiel Entwässerungsrinnen vor dem Fensterelement oder Überdachungen zum Einsatz. Auf der Abdichtung folgt nun das Auslegen der Sopro DrainageMatte DRM 653 auf eine zuvor ausgebreitete Gleitschicht mittels einer PE-Folie. Die Sopro DrainageMatte sorgt dafür, dass anfallendes Niederschlagswasser aus dem Mörtelbett schnell und ungehindert abgeleitet werden kann.
Im Anschluss wird Sopro DrainageMörtel eXtra DMX 619 als 5 cm starkes Mörtelbett vollflächig aufgebracht. Die Verlegung der Terrassenplatten erfolgt in gebundener Verlegung durch Einklopfen in das noch frische Drainagemörtelbett. Vor dem Einklopfen der Platten wird zur Herstellung eines Haftverbundes zum Mörtelbett Sopro megaFlex S2 MEG 665 oder Sopro megaFlex TX Silver MEG 667 mit einer Kammzahnung (10 mm) auf die Plattenrückseite aufgetragen.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, das Drainagemörtelbett in klassischer Form als Estrich herzustellen und nach ausreichender Erhärtung und Trocknung die keramischen Outdoorplatten im Buttering-Verfahren, d. h. der Dünnbettmörtel wird auf die Plattenrückseite aufgetragen, zu verlegen. Steht konstruktiv bedingt nur eine geringe Aufbauhöhe zur Verfügung, so dass die Dicke des Mörtelbettes reduziert werden muss, kann eine Lastverteilungsschicht auch in Form eines wasserdurchlässigen und ausblühungsfreien Reaktionsharz-Estrichs, hergestellt aus Sopro BauHarz BH 869 und Sopro DrainageEstrichKorn DEK 872 in einer Stärke von mindestens 2,5 cm auf der Sopro DrainageMatte DRM 653 hergestellt werden.
Das Mischungsverhältnis 1:25 in Gewichtsteilen erlaubt dabei einen stabilen und dennoch wirtschaftlichen Aufbau. Die Verlegung keramischer Terrassenplatten kann unmittelbar am Folgetag durch einen Auftrag Sopro megaFlex S2 MEG 665 oder Sopro megaFlex TX Silver MEG 667 auf der Plattenrückseite (Buttering- Verfahren) erfolgen. Bei der Verlegung des keramischen Belages ist eine Fugenbreite von mindestens 5 mm einzuhalten. Zum Verfugen der Fläche kommt Sopro FlexFuge plus FL plus zum Einsatz.
Dieser Fugenmörtel zeichnet sich durch eine hohe Farbbrillanz und Kalkschleierfreiheit aus. Beim Anlegen von Feldbegrenzungsfugen empfiehlt es sich, in Abhängigkeit von der Belagsfarbe, Seitenlängen von 2,5 – 4 m nicht zu überschreiten. Umlaufend zur Betonplatte sollte ein Kiesstreifen angelegt werden, um ein ungehindertes Abfließen des Oberflächenwassers und des anfallenden Wassers auf der Abdichtungsebene zu garantieren.
Schotterbett:
Als zweite gängige Konstruktion findet der Verleger ein aufgeschüttetes, leicht planiertes Schotterbett (Frostschutzschicht) als Unterbau vor. Um ein Auffrieren der Terrassenfläche zu verhindern, muss eine ausreichende Wasserabführung und Dimensionierung der Frostschutzschicht gewährleistet sein. Setzungen werden vermieden, indem das Erdplanung sowie die darauf folgende mineralische Tragschicht lagenweise gut und ausreichend verdichtet wird. Die Schotterschicht ist je nach Verkehrslast und Witterungseinfluss mindestens 10 – 30 cm dick auszuführen.
Ein Gefälle von mindestens 1,5 % sollte auch bereits hier eingehalten werden. Zur Verlegung der keramischen Outdoorplatten ist ein drainagefähiges Mörtelbett von circa 8 cm Dicke auf die mineralische Tragschicht aufzubringen. Das Mörtelbett wird aus Sopro DrainageMörtel eXtra DMX 619 hergestellt. Größere Dicken sind je nach Verkehrslast zu dimensionieren. Vor dem Verlegen der keramischen Platten in das frische Mörtelbett erfolgt der Auftrag von Sopro megaFlex TX Silver MEG 667 oder Sopro megaFlex turbo Silver MEG 666 mit einer Kammzahnung (10mm) als Kontaktschicht auf die Rückseite der Platten.

Das Mörtelbett ist gleichbleibend dick herzustellen. Das Oberflächengefälle von mindestens 1,5 % ist bei der Verlegung stets zu überprüfen. Sollte das Mörtelbett als Estrich hergestellt werden, kann nach Erhärtung des Drainagemörtelbettes die Verlegung auch im Buttering-Verfahren mit Sopro megaFlex S2 MEG 665 oder Sopro megaFlex TX Silver MEG 667 erfolgen. Zum Verfugen des Plattenbelages kann Sopro FlexFuge plus FL plus zum Einsatz gebracht werden. Die Feldgrößen sollen auch hier, je nach Belagsfarbe, 2,5 bis 4 m nicht überschreiten.
Umlaufend zur Terrassenfläche sollte ein Kiesstreifen angelegt werden, um ein ungehindertes Abfließen des Oberflächenwassers sicherzustellen, aber auch um ein Zusetzen des drainagefähigen Aufbaus durch Wurzelwerk oder Mutterboden des umliegenden Gartens zu verhindern. Bei leichter Belastung der Terrassenfläche kommt darüber hinaus die besonders wirtschaftliche Errichtung im Sopro Solitär®-System infrage. Hier kann unter Umständen auf eine gebundene Bettungsschicht verzichtet werden. Details entnehmen Sie bitte der technischen Produktinformation des Produkts Sopro Solitär® F20.
Was tun gegen Kalkausblühungen?
Maßnahmen gegen Kalkausblühungen beginnen bereits bei der Planung. Ein unterschätzter und meist nicht ernst genommener Grund für Ausblühungen ist aufsteigende Feuchtigkeit. Diese kann aus einer fehlenden oder falsch eingebrachten Frostschutzschicht resultieren. Ebenso spielt das Gefälle der Belagskonstruktion eine sehr große Rolle. Wird das Oberflächenwasser nicht schnell genug abgeführt, bekommt es die Möglichkeit, dauerhaft in die Konstruktion über die Fugen einzudringen. Der Trugschluss, dass Fugen wasserdicht sind, ist bei vielen Bauherren vorhanden.

Ist dann einmal das Wasser in der Konstruktion eingedrungen, muss die Feuchtigkeit auch die Möglichkeit bekommen, wieder schnell abgeleitet zu werden. Wenn das Wasser jedoch im Mörtelbett wie in einem Schwamm gespeichert wird, zeigen sich an der Oberfläche sehr häufig gelöste Kalkanteile aus dem Mörtelbett als weiße Schleier, manchmal sogar als erhobene Verkrustungen auf der Fuge. Um diese Ausblühungen zu vermeiden, ist es sinnvoll, auf portlandzementgebundene Produkte zu verzichten. Wesentlich besser sind portlandzementfreie sowie kristallin hydratisierende Mörtelprodukte, welche Ausblühungen vermeiden und ein kalkschleierfreies Erscheinungsbild der Oberflächen sicherstellen.
PROFITIPP: Die Sopro DrainageMatte DRM 653 kann auch unter befahrbaren Plattenbelägen zum Einsatz gebracht werden.