In Zeiten zunehmender Digitalisierung, Erreichbarkeit und steigendem Leistungsdruck im Berufsleben, gewinnen Garten, Terrasse und Balkon als privater Ruhe- und Rückzugsraum immer mehr an Bedeutung. Speziell Terrassen und Balkone erfüllen neben funktionalen auch kreative Aspekte und bilden ein variantenreiches gestalterisches Element. Heutzutage kann der Bauherr aus einer nahezu unendlichen Anzahl an Formaten und Materialien schöpfen. Deutlich zu erkennen ist der Trend hin zu großformatigen Fliesen und Platten.
Ein breites Spektrum an Verlegemethoden
Auch bei den Verlegesysteme hat eine starke Diversifizierung stattgefunden. Der Verleger kann aus einem Portfolio von ein- und zweikomponentigen, zementären Dichtschlämmen, dünn- oder dickschichtigen Drainagesystemen sowie einer Vielzahl von Abdichtungsbahnen das für seinen Anwendungsfall richtige Produkt wählen.
Er muss sich also die Frage stellen: Verlege ich den Naturstein mit einem S1 oder S2 Dünnbettmörtel mit einem Drainagesystem oder doch besser ohne? Sollte einer mineralischen Verbundabdichtung oder einer Abdichtungsbahn der Vorzug gegeben werden? Die Sopro Bauchemie fokussiert sich in ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf Produkte, bei denen die „Usability“ sowie die technische Leistungsfähigkeit im Vordergrund stehen. Frei nach dem Motto „keep it simple make it happen“. Außenbeläge gehören zu den am stärksten beanspruchten Flächen. Neben der dynamischen Belastung durch Personen- und statischer Auflasten, wie zum Beispiel große Pflanzkübel, müssen insbesondere die erhöhten thermischen Spannungen und zusätzlichen Belastungen durch Regen, Frost-Tau-Wechsel und Dampfdiffusionsdruck berücksichtigt werden.
Erhöhte Anforderungen bei großformatigem Feinsteinzeug
Ein zentraler Aspekt, der bei der Wahl des Verlegesystems stets berücksichtigt werden sollte, sind die zu erwartenden Längenveränderungen der Beläge. Daher ist die Berechnung der Längenveränderung über die jeweiligen Ausdehnungskoeffizienten der Materialien gerade im Außenbereich besonders wichtig. Wir möchten Ihnen nachfolgend einen Ansatz liefern, wie Sie diese Informationen praxisnah und fachgerecht in Ihr Projekt einfließen lassen können.
Bei einer angenommenen Temperaturdifferenz von 40 °K und einem Ausdehnungskoeffizienten der Keramik von 0,006 mm/mK sowie einer angenommenen Feldlänge von 5 m ergibt sich eine Ausdehnung von 1,2 mm. Im Außenbereich bei einer Temperaturdifferenz von 80 °K sind es bereits 2,4 mm. Zieht man den Zementestrich in seine Betrachtungen mit ein, der sich mit einem Ausdehnungskoeffizienten von 0,012 mm/mK bei gleichen Parametern bereits um 4,8 mm verlängert, erkennt man, wie groß das Potenzial für Spannungen in dem Gesamtaufbau ist.
Kommt es nach längeren Schönwetterphasen zu Regenschauern, verschärft sich die Situation zusätzlich. Die stark erhitzten Beläge werden innerhalb von Sekunden stark abgekühlt. Der Estrich dagegen benötigt aufgrund seiner Masse deutlich länger zum Abkühlen. Hierdurch entstehen kurzfristige Spannungsspitzen, die das Belagssystem zusätzlich strapazieren. Das gewählte Verlegesystem muss daher in der Lage sein, diese Spannungsspitzen zu kompensieren. Bei der Verwendung großformatiger Fliesen und dem damit verbundenen geringeren Fugenanteil erhöhen sich die Anforderungen weiter. Um die Spannungen aufzunehmen bzw. die hohen linearen Verformungen zu kompensieren, werden Systeme mit einem elastisch plastischen Materialverhalten benötigt. Daraus lässt sich ableiten: Je größer das gewählte Format und je höher die zu erwartenden thermischen Belastungen, desto mehr muss analog hierzu die Verformbarkeit des Mörtelsystems steigen.
Mit der Sopro Abdichtungs- und EntkopplungsBahn plus 639 in Verbindung mit den hochflexiblen Dünnbettmörteln Sopro mega-Flex S2 665 und Sopro megaFlex S2 turbo Silver 666 können diese Vorgaben zielsicher erfüllt werden. Zusätzlich bieten die beiden S2-Dünnbettmörtel dank ihrer Reaktivität und ihrer zweikomponentigen, wasserfreien Rezeptur die maximale Sicherheit vor Haftverbundschäden. Durch die nicht redispergierbaren Flüssig-Polymere sind die Produkte hochflexibel und stark wasserabweisend bei gleichzeitig deutlich gesteigerten Haftverbundfestigkeiten. Dies ist besonders bei steigender Formatgröße wichtig.
Eingedrungene Kapillarfeuchte kann nur über den Fugenanteil austrocknen. Mit zunehmender Größe der Platten reduziert sich der Fugenanteil und somit wird das eingelagerte Wasser am Ausdiffundieren gehindert. Korrelierend zu der unter dem Belag eingelagerten Feuchtigkeit und in Abhängigkeit der Sonneneinstrahlung nimmt der Dampfdruck bei steigenden Temperaturen exponentiell zu. Durch die Verwendung von Mörtelsystemen wie den Sopro megaFlex S2 665 bzw. dem silbergrauen megaFlex S2 turbo Silver 666 mit extrem niedriger Wasseraufnahme, wird der Dünnbettmörtel als Feuchtigkeitsdepot unter dem Belag neutralisiert.
Geringere Anforderungen bei kleinformatigen Belägen
Bei der Verlegung kleinerer Formate mit einer Kantenlänge ≤ 60 cm reduzieren sich durch den höheren Fugenanteil die Spannungen. Diese reduzierten Anforderungen lassen sich mit Produktsystemen mit einem geringeren Elastizitätsmodul realisieren. Bei Formaten bis ≤ 60 cm Kantenlänge können daher flexible, kunststoffvergütete zweikomponentige Dichtschlämmen wie die Sopro TurboDichtSchlämme 2-K 823 angewendet werden.
Auch speziell bei komplexeren Bauformen, wie Treppen oder geschwungene Baukörper bieten Dichtschlämmen beim Abdichtungsprozess Verarbeitungsvorteile. Flexible Dichtschlämmen in Kombination mit hochflexiblen S2 Dünnbettmörteln sind bei einem reduzierten Elastizitätsmodul eine in der Praxis oft bewährte Variante zum Verkleben kleinformatiger Beläge im Außenbereich.
Drainagefähige Konstruktionen bei Natur- und Betonwerksteinen
Ein anderer Ansatzpunkt, den durch Wasser in seinen verschiedenen Aggregatzuständen verursachten Schäden zu begegnen, ist die Verwendung drainagefähiger Belagskonstruktionen. Insbesondere bei der Verlegung von Natur- und Betonwerksteinplatten bietet diese Variante Vorteile. Neben den thermischen Längenveränderungen muss hier besonders die Verfärbungssensibilität berücksichtigt werden. Die Einwirkung von Feuchtigkeit kann ein breites Spektrum an optischen Schadensbildern hervorrufen, diese reichen von unansehnlichen Krusten an der Belagsoberfläche bis hin zu einer irreversiblen Schädigung des Steingefüges.
Im Gegensatz zu keramischen Belägen, die unter kontrollierten Bedingungen mit annähernd identischen Produkteigenschaften hergestellt werden, handelt es sich bei Naturwerksteinen um ein heterogenes Marktsegment. Bei Naturwerksteinen wird der Verarbeiter mit einer Vielzahl unterschiedlicher Gesteinssorten konfrontiert, die teilweise komplett unterschiedliche materialspezifische Eigenschaften aufweisen und schwer genau zu bestimmen sind.
Um größtmögliche Sicherheit bei der Naturwerksteinverlegung zu erreichen, empfiehlt es sich deshalb, ausschließlich Haftbrücken mit effektiver kristalliner Wasserbindung, wie den Sopro megaFlex S2 turbo Silver 666 oder den Sopro FKM® Silver 600 zu verwenden. Durch die Verwendung Drainagemörtel wie dem Sopro DrainageMörtel 610 oder dem Sopro DrainageMörtel eXtra 619 können Beläge dauerhaft und zielsicher entwässert werden. Das Trocknungsverhalten wird spürbar verbessert und damit die Lebensdauer der Beläge deutlich erhöht – und dies bei einem gleichzeitig reduzierten Reinigungsaufwand.
Auch kann so dem langsamen und ungleichmäßigen Abtrocknen der Beläge nach Regenphasen und der damit verbundenen temporären Wasserfleckenbildung, welche oftmals unberechtigterweise reklamiert wird, vorgegriffen werden. Durch die zielgerichtete Ableitung von Feuchtigkeit und dem deutlich besseren Trocknungsverhalten der Beläge wird die Wahrscheinlichkeit eines Algen- und Moosbefalles der Belagsoberflächen reduziert.
Bewegungsfugen nicht vergessen
Bewegungsfugen sind ein essentieller Bestandteil eines funktionalen, dauerhaften Belags. Im Vorfeld der Belagseinteilung sollten einige grundlegende Überlegungen angestellt werden. Welche Ausrichtung haben die Flächen? Liegt das Bauvorhaben in der rheinischen Tiefebene oder im Alpenvorland? Wie stark sind die Flächen durch Sonneneinstrahlung, Frost und anderen Witterungseinflüssen beansprucht? Welchen Einfluss haben das Material, die Farbe und das Format? Die gesammelten Informationen sollten sowohl bei der Auswahl des Belagmaterials, als auch bei der Anordnung der Bewegungsfugen berücksichtigt werden.
Auf Basis der gesammelten Daten können durch eine sachkundige Planung der Beläge im Außenbereich die Belastungen über die entsprechenden Verlegesysteme sicher und dauerhaft kompensiert werden. Hierbei gilt: Linear zu der erwartenden Belastung muss die Elastizität des Verlegesystems steigen. Hier bietet die Sopro Bauchemie langjährig getestete Produktsysteme. Durch eine gezielte Auswahl der Größe, Form und der Farbe der Belagsmaterialien können die Beanspruchung und damit auch die Anforderungen an das Verlegesystem gezielt berücksichtig werden. Gerne stehen Ihnen hier die Spezialisten der Sopro Bauchemie beratend zur Seite.